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Balduin Möllhausen: Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee.
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Alfred Wallace:
Der Malayische Archipel

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Neu im Juli 2021:

Balduin Möllhausen: Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee. Eingeführt von Alexander von Humboldt.

Die Vereinigten Staaten verdanken ihren Gründungsmythos der unendlichen Weite des Westens; die Repression der um ihre Macht bangenden Fürsten im kleinstaatlichen Europa des 19. Jahrhunderts sorgte dafür, dass ein unerschöpflicher Nachschub an (meist männlichen) Emigranten aus allen Schichten die Weiten der Neuen Welt durchforschte und besiedelte.

Die indigenen Völker, deren Vorfahren 20.000 bis 10.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung über die damals noch aus dem Wasser ragende Landbrücke der heutigen Beringstraße aus Asien auf den Doppelkontinent eingewandert waren, hatten dem Ansturm der weißen Siedler und Glücksritter wenig entgegenzusetzen. Krankheiten, Massaker und Vertreibungen richteten furchtbare Verheerungen unter ihnen an, die Überlebenden wurden in Reservationen in den ödesten und unfruchtbarsten Gegenden gezwungen. Da sie ihre Geschichte nur mündlich überlieferten, ist das Ausmaß ihres Leidens und ihrer Verluste an Menschen kaum zu ermessen.

Dagegen ist die Geschichte der europäischen Invasoren gut dokumentiert. Die Berichte der spanischen Kolonialverwaltung, die offiziellen Regierungsdokumente der USA und viele autobiografische Erlebnisberichte, die sich vor allem in Europa blendend verkauften, dienen als Quellen für die Historie des amerikanischen Westens. In die vermeinte Menschenleere zwischen den prosperierenden Bundesstaaten der Ostküste und Kalifornien zog es wagemutige Trapper und »Voyageurs«, Pelzhändler und Indianeragenten; sie erforschten Verkehrswege, handelten mit den indigenen Völkern, knüpften die ersten Netze der westlichen Gesellschaft. Die Faszination des leeren Raumes, der alles möglich erscheinen lässt, und die Willensstärke, etwas in ihm aufzubauen, bilden bis heute die Gene der USA.

Nur 50 Jahre vor der hier vorgestellten Reise hatten die Vereinigten Staaten von dem napoleonischen Frankreich für einen Spottpreis dessen riesige Kolonie »Louisiana« erworben. Und nur fünf Jahre zuvor eroberten sie in einem Angriffskrieg gegen Mexiko ein riesiges Gebiet im Südwesten – gerade rechtzeitig, um die Goldfunde in Kalifornien, die einen ungeheuren Sog auf Glückssucher in der ganzen Welt ausübten, für die USA zu beanspruchen.

In diesen Fernen Westen gerät nun ein deutscher Jäger und Zeichner. Was Balduin Möllhausen (1825–1905) nicht selbst erzählt von der Entstehung dieser großen Nation, das reißt er in Stichpunkten an, die wir in den Anmerkungen des Verlags gerne vertiefen. So reisen wir mit ihm nicht nur vom Mississippi bis zum Pazifischen Ozean, sondern erkunden auch die Anfänge der Geschichte einer Weltmacht.

Der in Bonn geborene Balduin Möllhausen unternahm seine erste Reise in die USA im Herbst 1849, in einer Zeit also, als viele junge Männer aus deutschen Landen diese verließen, nachdem die Revolution von 1848 gescheitert war. Nach Ablauf seiner Dienstzeit in der Preußischen Armee wird er immer wieder zur Landwehr einberufen, die auch demokratische Versammlungen in Berlin zu sprengen hat. Möllhausen wandert aus und sammelt in der Neuen Welt Erfahrungen als Jäger.

1853 bringt er eine Sammlung von Tieren nach Berlin und lernt, über den Direktor des Berliner Zoos, Hinrich Lichtenstein, Alexander von Humboldt kennen, den großen Förderer aller reisenden Wissenschaftler. In dessen Haus trifft er Caroline Seifert, »die Ursache, daß ich meinen ganzen Lebensplan gern ändern möchte, um aus dem Trapper ein ruhiger Bürger eines Vaterlandes zu werden«.

Die USA dehnten sich unaufhaltsam von der Ostküste in Richtung Westen aus. Die Goldfunde in Kalifornien (ab 1848) zogen zigtausende Glückssucher an die Pazifikküste, die zum allergrößten Teil auf dem beschwerlichen Umweg über Panama an ihr Ziel gelangten. Eine Eisenbahnverbindung zwischen der Ostküste und dem gelobten Land Kalifornien schien dringend geboten. Zu diesem Zwecke wurden unter der Leitung erfahrener Ingenieure der U. S. Army sechs Expeditionen unternommen, die mögliche Trassenverläufe für eine solche Ost-West-Verbindung untersuchen sollten. Zufällig geriet Möllhausen gerade in dem Moment nach Washington, als noch die Stelle eines Topografen und »Naturaliensammlers« zu besetzen ist. Nur 24 Stunden nach seiner Ankunft ist er engagiert. Von unterwegs sendet er immer wieder Berichte an die Berliner »Gesellschaft für Erdkunde« und beginnt so seine schriftstellerische Karriere. In dem vorliegenden Tagebuch seiner Reise verbindet er die Reiseerzählung mit zahlreichen Anekdoten – einigen persönlichen und anderen, die ihm erzählt wurden und aus der Geschichte des amerikanischen Westens berichten.

Nach seiner Rückkehr heiratete er Caroline Seifert und wurde endgültig in den Kreis der Familie Alexander von Humboldts aufgenommen. Dessen Vorwort sicherte dem ersten Buch Möllhausens, dem hier vorliegenden »Tagebuch«, beste Aufnahme bei den Kritikern und mehrere Übersetzungen.

Seine Vorträge vor der »Gesellschaft für Erdkunde« führten zu kurzen Aufsätzen, die sich im Laufe der Zeit zu literarischen Skizzen wandelten. Seinem ersten fiktionalen Werk aus dem Jahr 1861 (»Der Halbindianer«) folgten über 40 weitere Romane, Novellen und Bände mit Erzählungen. Er wurde zum erfolgreichen Autoren von Abenteuergeschichten, der durch seinen Geschäftssinn auch zu einem wohlhabenden Mann wurde.

»Ein Buch über Balduin Möllhausen ist auch ein Beitrag zur ebenso wechselvollen wie bedeutsamen Geschichte der deutsch-amerikanischen Beziehungen. … Nicht zuletzt seiner kompromisslosen Humanität wegen, die ihn in die besseren Traditionen der deutschen Geistesgeschichte einreiht, hätte er es verdient, mehr als bisher zum Gegenstand auch deutscher Historiker, Ethnologen und Literaturwissenschaftler zu werden.« (Andreas Graf in seiner Biografie Möllhausens, »Der Tod der Wölfe«)

New Mexico

»Zuñi (Neu-Mexiko)«. Illustration von Balduin Möllhausen aus seinem Buch »Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee«.

Otoe-Krieger

»Wa-ki-ta-mo-ne und sein Jagdtrupp (Ottoe-Krieger)«. Illustration von Balduin Möllhausen aus seinem Buch »Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee«.

Reiseroute

»Karte der Vereinigten Staaten von Amerika«, aus dem Buch von Balduin Möllhausen »Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee«.

Reiseroute

»Karte zu Balduin Möllhausen’s Reise vom Mississippi nach der Küste der Südsee im Jahre 1853–1854.« Beilage.

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Buchumschlag
Titelei und Inhaltsverzeichnis
Nachwort des Herausgebers

Der vorliegende Band enthält auf 880 Seiten in aktueller Typografie den vollständigen Umfang der deutschen Originalausgabe von 1858, mit allen Abbildungen, vielen weiteren Illustrationen und einer beigelegten Karte der Reiseroute. Erläuterungen zum geschichtlichen Hintergrund, Kurzbiografien der erwähnten Personen sowie ein ausführliches Register erschließen den Text.

Balduin Möllhausen: Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee. Eingeführt von Alexander von Humboldt. Ungekürzte Ausgabe mit über 170 Illustrationen, vielen Erläuterungen und einem umfangreichen Register.
13,5 x 20,5 cm, 880 Seiten, in Leinen gebunden, mit Schutzumschlag. Mit einer beigelegten farbigen Karte der Reiseroute. Böelschuby 2021.
ISBN 978-3-941924-09-3, 49 Euro (Deutschland)

Die Preise für den Verkauf in andere Länder betragen: 50,40 Euro nach Österreich und der restlichen EU und 59,00 sFr in die Schweiz.

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